Soziokultur

Jugendclub in der Kulturetage

Der Jugendclub ist eine Theatergruppe des Vereins Jugendkulturarbeit in Kooperation mit der Kulturetage. Er versteht sich als weiterführendes Vernetzungsprojekt innerhalb des Jugendkulturarbeit e.V. und ist für Jugendliche ab 16 Jahren offen, die bereits beim Verein Jugendkulturarbeit, in Schultheatergruppen oder anderen freien Gruppen Theatererfahrung sammeln konnten.

Jedes Jahr wird eine Produktion erarbeitet und in der Kulturetage gezeigt -- seit 1996 sind da einige zusammen gekommen. Der Jugendclub ist auch an den Oldenburger Jugendtheatertagen  und an internationalen Theateraustauschprojekten beteiligt, die im Rahmen des Oldenburger Kultursommers präsentiert werden.
Die Theaterstücke entstehen in und mit der Gruppe zu Themen, die mitten aus dem - Eurem! - Leben gegriffen sind. Die Spielerinnen und Spieler bringen ihre Erfahrungen ein, machen Interviews, sammeln Fakten und all das wird zur Grundlage der Arbeit.

Die letzten Produktionen sind im Rahmen des Projektes „Mut”, Migration und Theater entstanden, das die stadtteilorientierten Kinder- und Jugendtheatergruppen des Jugendkulturarbeit e.V.  und den Jugendclub thematisch verbunden hat.



›böse‹ von 2016

›Jeder Mensch ist ein Abgrund. Es schwindelt einem, wenn man hinabsieht.‹ So sagt es der zum Tode verurteilte Barbier ›Woyzeck‹ in dem gleichnamigen Stück von Georg Büchner.
 Kann also jeder in die Situation kommen, irgendwo zu klingeln und der Person, die die Tür öffnet, zu sagen: ›Ich habe einfach Lust, dir eins in die Fresse zu hauen‹.... Und dies dann auch noch zu tun.....?
 Und hat nicht jemand Recht, wenn er oder sie Unrecht oder ›Böses‹ tut, um sich selbst oder andere zu verteidigen? Sind nicht sogar die, die sich dem Bösen verschreiben, diejenigen, die ein glücklicheres Leben führen, wie de Sade vermutet, und diejenigen, die unter dem Bösen leiden, die Unglücklichen?
 Und was ist überhaupt böse? Töten, Stehlen, Lügen? Natürlich, mag die spontane Antwort lauten. Denn sie gefährden unseren sozialen Frieden in einer Gesellschaft, in der das Zusammenleben klar geregelt ist. Warum aber werden dann diese zumeist auf Moral gegründeten Ver- und Gebote immer wieder gebrochen? Ist es nicht manchmal sogar unabdingbar, ›böse‹ zu sein?
 Der Jugendclub in der Kulturetage setzt sich in seiner aktuellen Produktion ›böse‹ mit dem Phänomen auseinander und bewegt sich dabei im Spannungsfeld zwischen Gut und Böse.
 
 Die Premiere der neuen Produktion ›böse‹ des Jugendclubs zum Thema ›Was ist überhaupt böse?‹ findet am Montag, dem 08. Juni um 20 Uhr in der Halle der Kulturetage statt. Weitere Aufführungen gibt es am Mittwoch, dem 10. Juni um 11 und 20 Uhr und im Rahmen der Oldenburgischen Jugendtheatertage am 14. Juni um 16 Uhr.



›Lie-Leaks‹ von 2014

Du siehst gut aus! Glaub ich jetzt nicht! Nee, stimmt auch nicht. WAS!? Oder doch? Ja, was denn nun? Ich meine es wirklich ernst! GAR nicht! Doch ehrlich!
Wie ist das mit der Wahrheit? Oder der Lüge? Was ist gelogen und was wahrhaftig wahr? Wir selbst? Was wird uns vorgegaukelt, wenn es aus den Lautsprechern tönt oder wenn uns das Internet etwas verheißt?
Können wir ›denen‹ trauen? Und können wir uns überhaupt selbst trauen? Lügen wir nicht selber oft genug? Sind wir die, die wir sein wollen oder die wir vorgeben zu sein?
Lüge und Wahrheit: Geht das eine nicht ohne das andere?  Lügt schon, wer sagt, dass er nie lügt? Und wie lang sind ihre Beine wirklich? Wie weit kommt man mit ihnen?  

Der Jugendclub in der Kulturetage tritt den Beweis an: Ein einziger Tag bringt die Wahrheit ans Licht – ohne Lüge geht es nicht! Oder anders gefragt: Was passiert, wenn die Wahrheit regiert? ›Lie-Leaks‹: Ein Stück über Vieles, was wahr oder gelogen sein könnte und Leaks gibt es ja viele auf der Welt und immer wieder neue.
›Diese Ankündigung zum Beispiel ist wahnsinnig gut!‹

Eine bunt gemischte Gruppe aus neunzehn Darstellerinnen und Darstellern im Alter von 16-25 Jahren, die aus Oldenburg kommen, aber auch aus Polen, der Türkei, Spanien, Italien, Lettland und Schottland. Wie in den vergangenen Jahren nehmen am Projekt auch die Volontäre und der FSJ´ler teil, die beim Verein Jugendkulturarbeit für ein Jahr leben und arbeiten.



›Sonntagskinder‹ von 2013

Ein Theater-Stück zum Glück
Der Traum vom dauerhaften Glück ist so alt wie die Menschheit. Wissenschaftler, Philosophen, Esoteriker in aller Welt suchen Antworten. Kann man dem Glück auf die Spur kommen  oder bleibt es ein ewiges Geheimnis?

Der Traum vom ewigen Glück, und dass alle Menschen glücklich sind. Eine berauschende Vorstellung, für die es sich lohnt intensiv zu forschen? Ein hehres Ziel: das positive Lebensgefühl für alle. Die Frage nach dem Glück wird heute vor allem in hoch entwickelten Industriegesellschaften gestellt.  Es sind Zweifel an den Glücksverheißungen der Konsumgesellschaft aufgekommen. Sollten wir vielleicht das ›Bruttoinlandsglück‹ einführen, oder gleich nach Bhutan auswandern oder reichen doch die Gluckspillen?

Aber wie lange dauert Glück? So lange, bis die Glückshormone verbraucht, alle  Glückspillen gegessen oder das Spiel zum Glück beendet ist?
Was macht überhaupt glücklich? Liebe? Schenken? Teilen? Ist es für jeden Menschen gleich, egal, wo er herkommt?
Und was passiert, wenn das Glück alle erfasst hat?


						
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›An.com‹ von 2012

Wie ist das denn, wenn man irgendwo ankommt in der ›Fremde‹? Wenn alles neu und unbekannt ist und alles als ›merkwürdig‹ wahrgenommen wird. Und wenn das Heimweh Besitz von einem ergreift?

Das ist nur eine der vielen Erfahrungen, die die Spielerinnen und Spieler des Jugendclubs der Kulturetage in ihrer Performance ›An.com‹ machen, durch die sie der ›Geist des Neuen‹ treibt, wenn er dafür sorgt, dass sie erleben, wie es Menschen geht, wenn sie ›irgendwo‹ ankommen. Dazu gehört die ›Fremdheit‹ genauso wie die unbekannte Sprache, die Art sich zu begrüßen genauso wie der Versuch, sich ein vertrautes Heim zu schaffen. Und dazu gehört auch die Erfahrung, dass etwa Gefühle ebenso universell sind wie inzwischen das digitalisierte Leben. Eine Performance mit viel Bewegung, Skurrilität, Humor und auch Nachdenklichkeit.

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›WEG‹ von 2011

›Ich will einfach nur weg hier!‹
›Ich brauche dich, deswegen gehe ich!‹
›Mein Traum erfüllt sich ganz woanders!‹
›Ich wär so gern geblieben!‹….

Sie gehen: Biographien, die ein neues Zuhause suchen. Geeint durch die Ungewissheit dessen, was sie erwartet, und einander fremd durch das, was sie erlebt haben. Sie nehmen das Schiff der Verheißung, das sie jenseits vom Horizont in eine andere Welt bringt. Sie erzählen von ihren Träumen und Ängsten, von Hoffnungen und Erlebtem: Marco will nicht nur ans Geld denken und Georg vom vorbestimmten Weg abkommen; Helena sucht Sicherheit weit weg und Maria mehr als das flache Land. Franziskas Herz soll woanders schlagen und Evelinas Stimme in der Ferne erklingen. Adams Gedanken suchen ihre Freiheit und Peters Hände einen anderen Job, den Jakub mit goldener Münze bezahlt wissen will.
Fiktive Gestalten machen sich auf den Weg in eine ungewisse Zukunft wie viele Millionen vor und Unzählige nach ihnen.


						
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